Profi-Deckfarben auf buntem, grünlichem Papier

Aquarell als Anfänger

Aquarell als Anfänger kann einem Angst machen, muss es aber nicht.

Eigentlich ist es ganz einfach, einfacher als viele andere Techniken. Man braucht Papier, Farben und Wasser und evtl. ein paar Pinsel, vorzugsweise Aquarellpinsel.

Das Wichtigste vorweg:

  1. Aquarellfarben sind nicht deckend. Also muss man sich am Anfang davon verabschieden, dass man von hinten nach vorne malt und denkt, ich überdecke dann mit meinen Aquarellfarben einen bereits bestehenden Bereich. Bei allen anderen Techniken ist das kein Problem.
  2. Ein gutes Papier verhindert, dass Sie über Ihre besten Ergebnisse sauer sind. Endlich haben Sie ein tolles Bild gemalt und das Papier wellt sich in alle Richtungen und widersetzt sich nach dem Trocknen jedem Versuch es wieder glatt zu bekommen.
  3. Malen, malen, malen
    Jeder kommt mit ein paar Tausend schlechten Bildern auf die Welt und die müssen erst mal gemalt werden, damit die richtig Guten dann aus der Hand fließen.

Aquarell malen für Anfänger

Denken Sie an Ihre Schulzeit zurück. Da gab es den alten Pelikan-Wasserfarbenkasten. Die Farben in Tablettenform waren irgendwie grieselig, die Tabletten waren bald in der Mitte eingesunken, die Farben waren nur im Neuzustand einigermaßen das, was daneben stand. Bald war alles irgendwie bräunlich, fleckig und eklig. Da wollen wir nicht mehr hin.

Aquarellfarben wirken nicht grieselig, denn sie enthalten keine Kreide als Füllstoff und sind damit auch nicht deckend, aber vile, viel leuchtender. Aus den großen runden Tabletten wurden meist kleinere viereckige Näpfchen, die aber genauso in der Mitte nach und nach eine Delle, Beule, Vertiefung entwickeln. Und ob alles bräunlich und fleckig wird, liegt in Ihrer eigenen Hand.

Schritt 1: Wenn Sie mit Näpfchen malen, tun sie sich einen Gefallen, nein zwei.

  1. Klauen Sie sich aus Ihrem Badezimmerschrank einen kleinen Zerstäuber fürs Aquarellieren. Wasser rein und zu Beginn der Malsession benetzen Sie alle Näpfchen einmal mit etwas Wassernebel. Die Farben sind vorgewarnt und reagieren besser, wenn Sie mit dem nassen Pinsel Farbe aufnehmen wollen.
  2. Suchen Sie sich einen etwas robusteren Pinsel (Flachpinsel oder Katzenzungenpinsel) mit dem Sie die Farbe aus dem Näpfchen aufrühren und dann etwas auf Ihre Mischfläche übertragen. Bevor Sie in ein anderes Näpfchen gehen, reinigen Sie den Pinsel. So bleiben Ihre Farben rein und Sie können die Mischergebnisse besser vorhersagen.
    Ein Wort zum Umweltschutz: (Gilt auch für Acryl- oder Ölfarben) Bitte streifen Sie den Pinsel mit der überflüssigen Farbe auf einem Tuch, einer alten Zeitung, einem alten Tempo ab und gehen erst dann in Ihr Wassergefäß. Die Wasserbelastung sinkt nicht nur in Ihrem Glas, sondern auch im Ausguss.

Schritt 2: Malen, malen, malen

Ganz egal, ob das Papier nass, feucht oder trocken ist, ob die Farben passen, ob die Formen stimmen, ob das Bild gefällt oder nicht. Zuerst einmal alles egal, ABER …

Wichtig ist, dass Sie beobachten was da auf Ihrem Papier geschieht, wenn Sie etwas machen. Fließt die Farbe? Wohin? Wie weit? Vermischt Sie sich? Wie sehen die Ränder aus? Gefällt mir ein spezieller Teil ganz besonders? Warum? Wie haben Sie das erreicht? Sind Bereiche dabei, die so muschepuhu wurden, die so gar nicht gewollt waren? Warum wurden diese so „verwaschen“?

Und dann als Anfänger malen, was das Zeug hält.
Viele sagen ja, dass man die ersten Bilder aufheben soll um sich die Fortschritte, die man macht, vor Augen zu führen. Ich bin eher derjenige, der nach schönen Stellen sucht, diese ausschneidet und sammelt um sie später irgendwo in einer Collage einsetzen zu können. Oder aus dem Bild wird gedreht ein interessanter Hintergrund für eine Mixed-Media-Werk.

Aquarell Vorlagen für Anfänger

Puh – Vorlagen sind meiner Meinung nach so eine Sache. Eigentlich wollen wir Bilder malen und nicht Vorlagen ausmalen, aber dennoch kann man einige Vorlagen als Inspirationsquelle und Schulungsmaterial heranziehen.

Wer es nicht weiß, ich habe einige Jahre eine Malschule betrieben und habe immer anders agiert als KollegenInnen von mir. Vorlagen gab es bei mir nicht. Keine Kataloge mit tollen, verkäuflichen Bildern, die man „nur“ nachmalen musste und aus rechtlichen Gründen , nicht mal sein Signet drunter setzen durfte. Bei mir stand immer die Idee des Malers im Vordergrund und wie kommt man zu diesem Ergebnis.

Dennoch für die, die noch nicht inspiriert sind: Schaut Euch z.B. auf Pinterest „Aquarelle“, „Mixed Media“, „Porträts“, … um und sucht etwas, was Euch gefällt und markiert es. Nehmt einige Bilder, sucht etwas Gemeinsames, eine Farbe, ein Motiv, einen Stil und startet mit diesem als Eure Idee. Seid frei und malt surreal. Wenn ihr schiefe Häuser malt, dann wird niemand bemängeln, dass die Hauswände schief sind. Haltet Euch nicht an die Realität, die kann man fotografieren, was Sie sich vorstellen – nicht!

Aquarell Motive für Anfänger

Eigentlich geht es hier weiter wie oben. Motive für Anfänger? Ganz einfach. Malt etwas, bei dem Sie sich nicht an die Realität halten. Nehmen Sie die Realität als Vorbild, als Inspiration, als Haltepunkt, aber malen Sie keine Fotos.

Übertreiben Sie, verzerren Sie, bauen Sie bewusst Fehler ein, nehmen Sie idiotische Farben. Ein grüner Mund kann total entzückend sein und das gepaart mit einer blauen Nase und Augen in Türkis – wer kann dem widerstehen?

Wenn Sie noch nicht Zeichnen können, umso besser – es hilft, wenn man sich davon lösen kann – aber es ist keine Voraussetzung.

Vereinfachen Sie bis zum geht nicht mehr, Bewahren Sie nur an einer Stelle im Bild etwas Genauigkeit, den Rest gestalten Sie locker und frei, verschwommen und blass, experimentell und unorthodox.

Die Aquarellmalerei soll Ihnen Spass machen und die Ergebnisse kommen dann von alleine.

Motive, die Sie zuerst einmal beiseite lassen sollten:

Zu den schwersten Aufgaben der Malerei, gehört der menschliche Köper, ein Personen-Porträt und Hände, wenn diese realistisch dargestellt werden sollen. Davon also zuerst einmal die Finger weg.

(c) Piet, Mal-Tipps.de

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