leuchtende Aquarellfarben, die zum Teil granulieren

Was macht Aquarellfarben aus?

Einfach gesagt. Aquarellfarben wirken luftig, leicht, intensiv, leuchtend, …

Bildausschnitt, man sieht durch die Farbebenen der Aquarellfarben hindurch.
Aquarellbilder wirken meist leicht, luftig und doch intensiv

Das ist ihre Wirkung. Es erklärt aber nicht, warum Aquarellfarben so wirken. Da muss mehr sein.

Und warum wirken Aquarellfarben auf verschiedenen Papieren so unterschiedlich?

Transparenz

Bildausschnitt Ohr, Auge, Aquarellfarben auf Aquarellpapier
Hier sieht man die verschiedenen Möglichkeiten, wie sich Aquarellfarbe verhält, wie sie ineinander fließt, wie sie Ränder bilden kann, wie unterschiedlich die Farbtöne in der Deckung und Transparenz sind.

Das Leuchten der Aquarellfarben kommt eigentlich durch das Papier. Die Verteilung der Farbe ist so transparent, dass das Papier entscheidend zur Wirkung beiträgt.

Warum sind die Farben so transparent?

Aquarellfarben sind

  • feinst vermahlen, die Pigmente (Farbstoff), die Farbteilchen sind extrem klein.
  • die meisten Pigmente sind selbst transparent.
    Die Pigmente werden speziell auf diese Eigenschaft hin ausgewählt.
  • enthalten keine Füllstoffe.
    Das sollte so sein, allerdings enthalten billige Marken öfters Füllstoffe um teure Pigmente zu ersetzen.
  • werden durch ein transparentes Bindemittel auf der Oberfläche des Papiers verklebt.
  • sind hoffentlich lichtecht.
  • bestehen häufig nur aus einem Pigment, manchmal auch aus zweien.
  • heutzutage auch mal mit „Aufhellern“ versehen.

Wie kommt es zum starken Einfluss des Aquarellpapiers?

Aquarellfarben auf Aquarellpapier, Bildausschnitt mit Farbverläufen und mit harten Trockenrändern.
Hier wird deutlich, wie das Pigment, der eigentliche Farbträger (Farbstoff) in der Flüssigkeit wandert und sich dann niederschlägt und antrocknet. Man sieht ebenfalls, wie sich Pinselstriche überlagern und es dadurch zu Farbmischung durch die transparenten Ebenen kommt.

Aquarellfarben sind so fein vermahlen und flüssig, dass sie in unbehandelten Papieren einsinken würden und verloren wären. Sie färben dann das Papier und die Farben wirken dumpf. Damit die Luftigkeit der Aquarellfarbe erzielt wird, müssen die Farben auf der Oberfläche fein verteilt stehen (kleben) bleiben.

Papier ist letztendlich eine verklebte Fasermischung, die flach ausgestrichen wird.

(Ausstreichen ist eigentlich falsch, aber reicht hier zur Verdeutlichung.
Schöpfen, Gautschen siehe Wikipedia)

Dann wird das Aquarellpapier zusätzlich noch an der Oberfläche „versiegelt“.
Es bekommt eine Oberflächenbehandlung durch entweder den enthaltenen Leim oder aber durch eine zusätzliche Schicht.

Nur damit hält man die Farbe weitgehend oben auf dem Papier. Das gilt nicht für alle Aquarellfarben, denn einige Pigmente sind so fein, so stark färbend, dass auch diese in die Leimung oder die Papierstruktur eindringen. Diese Farbe kann man nicht mehr gänzlich abheben.

Farben abheben … Link kommt

Wissen zu Aquarellpapier

Aquarellfarben versus Wasserfarben

Aquarellfarben sind Wasserfarben, aber Wasserfarben sind keine Aquarellfarben!

Natürlich sind Aquarellfarben Wasserfarben – klar sie werden mit Wasser angelöst, verdünnt und benutzt. Ihre Eigenschaft der Transparenz unterscheidet sie von den meisten anderen Farbtypen. Vielleicht kann man die Effekte noch am ehesten mit Tinten erreichen, aber Tinten sind selten lichtecht.

Deckfarben (Profi-Gouache) auf buntem Papier, deutlich sieht man den Unterschied zu Aquarellfarben
Profi-Deckfarben auf buntem Papier
Rechts sieht man noch die grünliche Grundfarbe des Papiers.

Der Begriff Wasserfarben wird in Deutschland am ehesten mit den Schulmalfarben (Wasserfarbkästen) in Verbindung gebracht. Da gibt es leider wahnsinnige Qualitätsunterschiede. Generell handelt es sich um deckende Farben. Damit dem so ist, wurde den Farbpigmenten z.B. Kreide und weitere Füllstoffe hinzu gegeben. Füllstoffe sind in aller Regel wesentlich billiger als die Pigmente, sprich billige Wasserfarben müssen mit wenig Pigmenten, Farbstoffen bei viel Menge daher kommen.

Wasserfarben zählt man zu den Tempera bzw. auch mal zur Gouache. Welcher Gruppe die Wasserfarbe zugeschlagen wird, hängt wiederum von den Inhaltsstoffen, dem Kleber ab.

hochwertige Deckfarbe (Gouache) , Bildausschnitt, gänzlich anderer Bildeindruck als Aquarellfarben
Gouache wird gerne auch bei der Illustration eingesetzt, damit kann man, wenn man denn will, sehr homogene, deckende Farbflächen erreichen.

Und es gibt im Profibereich sündhaft teure und super gute „Wasserfarben“. Der Bildeindruck differiert dabei deutlich von Bildern, die mit Aquarellfarben gemalt wurden.

Aquarellbilder leuchtend, transparent, luftig.

Gouachebilder samtig, deckend, matt

Detail eines Gouache-Bildes (Profi-Deckfarben)
Die Farbflächen müssen nicht homogen sein und durch Wasserzugabe kann man durchaus auch etwas mehr Transparenz bei den Deckfarben erreichen, dennoch ist der Eindruck ein gänzlich anderer. Gerade auf glattem Papier entsteht eine seidiger Eindruck.

(c) Mal-Tipps.de, Piet

1 Kommentar zu „Was macht Aquarellfarben aus?“

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