hochwertige Deckfarbe (Gouache) , Bildausschnitt

Aquarellfarben – Wasserfarben?

Ja. Aquarellfarben sind Wasserfarben, aber Wasserfarben sind nicht zwangsläufig Aquarellfarben. Wo liegen die Unterschiede?

„Wasserfarben“ ist der Überbegriff. Da gehören alle Farben dazu, die man mit Wasser verdünnen kann und das sind heutzutage viele. Selbst manche Ölfarben gehören heute zu den wasservermischbaren Farben, das wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen. Aber ich habe zum Glück noch niemand wirklich den Begriff Wasserfarben dazu sagen gehört. Sogar die meisten Lacke sind heute mit Wasser verdünnbar.

Aber das ist nicht für uns Künstler relevant. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen den Aquarellfarben und den Wasserfarben, wie die Namen im normalen Sprachgebrauch benutzt werden.

Wasserfarben, Schulmalfarben, Deckfarben

Wenn die Leute Wasserfarben sagen, dann meinen Sie meist die Farbkästen, die sie aus der Schule kennen. Ja das sind Wasserfarben, genauer gesamt ist das Tempera oder auch mal Gouache.

Tempera ist … LINK Grobe Pigmente mit einem Emulgator

Gouache sind LINK Grobe Pigmente mit Kreide und Gummi Arabicum

Die Farben in den Schulmalkästen enthalten Füllstoffe, damit diese Farben deckend werden und leichter zu verarbeiten sind. Daher auch der Namen Deckfarben. Meist ist der Füllstoff feinvermahlene Kreide. Daher ist der Auftrag der Deckfarben auch so „kreidig“, wenn man mit den Fingern über das trockene, bemalte Papier fährt.

Und nichts gegen diese Art der Wasserfarben. Sie sind gut, aber es sind oft günstige Pigmente, deren Lichtechtheit oft zu wünschen übrig lässt.

Profi-Deckfarben auf buntem, grünlichem Papier
Bildausschnitt, gemalt mit hochwertiger Gouache

Aber es gibt auch höchstwertige Gouache einiger Hersteller, die für Künstler sehr interessant sind.

(Ich selbst benutze liebend gerne Lascaux oder Schmincke.

Lichtecht …. LiNK

Aquarellfarben

Aquarellfarben sind von der Wirkung gänzlich anders. Sie müssen ohne Füllstoffe auskommen und nur die Pigmente und der transparente Binder sind für die Wirkung verantwortlich.

Man sagt, dass ein Aquarell gerade daher so luftig wirkt, dass das Licht durch die Farbebene hindurch tritt und vom hellen Papier zurückgeworfen wird. So ganz glauben kann ich das aus physikalischer Sicht nicht. Zumindest nicht bei den deckenden Pigmenten. Womit wir bei der Unterscheidung von transparenten und deckenden Farben sind. Und zwar ganz wichtig: diese gibt es auch bei den Aquarellen. Wenn Sie mit Aquarellen malen, werden Sie schnell feststellen, dass sich die Farbtöne massiv unterscheiden. Es gibt hauchzarte, transparente bis deckende, beinahe massiv wirkende Farben. Es gibt in meiner Erfahrung eine Farbe, die bei mir schon negativ belegt ist, weil sie so deckt, so pudrig wirkt und im Bild „unangenehm“ auffällt. Welche Aquarellfarbe das ist? Ich denke dabei an Neapelgelb, eine Aquarellfarbe, die die meisten für Hauttöne einsetzen. Ich schaue, dass ich bei Aquarellen diese Farbe vermeide.

Vielleicht ist die Aversion gegen Neapelgelb ja nur meine Meinung. Vielleicht können sich einige auch in den Kommentaren dazu äussern.

(c) Piet, Mal-Tipps.de

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