Einige sinnige Aquarellpinsel für Aquarelle malen

Die Pflege von Aquarellpinseln

LASSEN Sie NIE – NIE NICHT- die Aquarellpinsel im Wasser stehen.
Kein Pinsel, weder Naturhaar noch Synthetik, verträgt es im Wasserglas zu stehen. Schon nach einer Minute können die Haare Schaden genommen haben. Sie sind verbogen oder drehen sich in alle Richtungen weg.

Rettung??? Manchmal ja. Den Pinsel kann man dressieren. Er wird nass in ein Stückchen Papier eingerollt oder eingeschlagen (bei Flachpinseln), damit die ursprüngliche Form der Haare erzwungen wird, dann lässt man das Ganze 1 bis 3 Tage trocknen. Wenn man Glück hat, hat sich der Aquarellpinsel erholt.

Auswaschen ohne Bodenkontakt

Vielleicht kennen Sie von der Ölfarbenmalerei die Pinselgefässe mit dem Siebeinsatz knapp über dem Boden. Darin ist meist Terpentin zum Auswaschen der Pinsel. Bei Ölmal-Pinseln mag das ja angehen. Bei Aquarellpinseln bitte nur ohne großen Bodenkontakt ausschwenken. Aquarellfarbe ist so fein und leicht wasserlöslich, dass wir im Regelfall keinen zusätzlichen Kontakt zu einem Sieb oder dem Boden haben müssen.

Abstreifen bis farblos

Auswaschen und dann am Glasrand abstreifen sollte wirklich ausreichen. Wenn noch farbiges Wasser herabläuft, dann den Vorgang einfach wiederholen.

Für unsere Umwelt:

Etwas was ich mir bei der Acrylmalerei angewöhnt habe und nun auch bei der Aquarellmalerei gut kommt, ist das Vorreinigen der Pinsel beim Farbwechsel. Titanweiß ist für unsere Gewässer sehr schlecht. Daher wasche ich alle Pinsel nicht gleich in Wasser aus, sondern streifen sie auf einem Taschentuch möglichst sauber, bevor ich diese dann wirklich im Wasser auswasche. Das hat den Vorteil, dass ich nur ein Gefäß brauche und das Wasser recht lange recht sauber bleibt. Das Tuch lasse ich trocknen und kann es mehrfach verwenden, bis es getrocknet dann tatsächlich im Müll landet.

TITANweiß gehört nicht ins Wasser, egal mit welchem Farbentyp ich male.

Mit Pinselseife die Aquarellpinsel pflegen

Wenn denn mal Farbreste im Pinsel verblieben sind und sich in der Nähe der Zwinge etwas festgesetzt haben, dann kann man mit Seife diese Farbreste anlösen und loswerden. Dazu nimmt man aber keine normale Seife, denn diese nimmt den Haaren auch den feinen Fettfilm, der zum Schutz so wichtig ist. D.h. man kauft sich eine Pinselpflegeseife. Diese sorgt auch wieder für den Fettfilm und pflegt die Haare.

Pinselseife kann man bei Aquarellfarben, Gouache oder Ölfarben nehmen. Bei Acryl nur solange die Farbe noch nicht eingetrocknet ist. Eingetrocknete Acrylfarbe im Pinsel ist eine Sache für einen Pinselreiniger, vorzugsweise mit BIO-Siegel.

Als Geheimtipp hört man oft auch Shampoo, aber meine bisherigen Marken, die ich so für meine Haarpracht nutze, haben kläglich versagt. Wer ein Shampoo vorschlagen will – bitte in den Kommentaren erwähnen.

Aquarellpinsel nur liegend oder hängend trocknen lassen

Aquarellpinsel halten viel Wasser in Ihrem Körper und trocknen daher recht langsam. Viele haben einen Holzstiel, der auf Wasser nicht gut zu sprechen ist. Wenn Sie Ihre Aquarellpinsel in einem Glas, Stiel nach unten trocknen lassen, dann gehören Sie zur Mehrzahl der Maler, aber wirklich gut ist das nicht. Das Wasser steht direkt vor der Zwinge, bahnt sich seinen Weg zum Holzstiel und wenn man Pech hat wird dieser krumm oder fängt an der Länge nach zu reißen, weil das Holz aufquillt.

Daher Aquarellpinsel mindestens im Liegen trocknen lassen und darauf achten, dass sie nirgends anstossen und verbogen werden.

Top ist das Trocknen hängend, mit der Spitze, den Haaren nach unten. Das ist wohl mit Abstand die beste Methode.

Aquarellpinsel dressieren

Sind die Haare eines Pinsels mal krumm, dann kann man versuchen diesen zu retten oder …

Den Pinsel, wie oben beschrieben, reinigen und pflegen, dann den Haarkörper nass eng in ein Papier einrollen bzw. beim Flachpinsel einschlagen und die Haare durch das Papier in Form zwingen. Dann den Pinsel in seinem Gefängnis durchaus 2 bis 3 Tage trocknen lassen. Manchmal klappt es und der Pinsel kommt wieder in Form. Widerspenstige, einzelne, abstehende Härchen muss man vielleicht auch mal abschneiden.

Oder … man nutzt ihn dennoch

Spitze gebogen, ein neuer Pinsel ist entstanden

Wenn den mal ein Pinsel älter ist oder mal missbraucht wurde, dann kann es sein, dass er seltsame Formen annimmt. Sie können mal testen, wie sich der Pinsel nun verhält. Wahrscheinlich hat er eine bevorzugte Zugrichtung und der Strich kann durch Drehen des Pinsels zwischen den Fingern variiert werden.

Apropos: Ich habe viele Pinsel, die im Laufe der Zeit an der Spitze einen leichten Bogen ausgebildet haben und nun genau zu der Sorte gehören, die viel Varianz in die Aquarellmalerei bringen.

Aufbewahrung von Pinseln

Pinsel können schimmeln, verkleben oder brüchig werden.
Dem kann man begegnen. Die Pinsel sollten immer trocken und gut belüftet im Liegen oder auf dem Stiel stehend aufbewahrt werden. Ideal sicher auch hängend, aber wer kann das schon umsetzen. DIe normalen europäischen Pinsel haben keine Schlaufe am Stielende, wie die asiatischen Vertreter dies gerne haben.

Für die Aufbewahrung und den Transport ist eine Pinselmatte eine gute Wahl. Dabei darauf achten, dass die Pinsel nicht verrutschen können, also gut anziehen.

(c) Piet, Mal-Tipps.de

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