Aquarellpapierblöcke rundgeleimt bzw. rundumgeleimt

Wissenswertes zu Aquarellpapier (Teil 1)

Folgende Fragen zu Aquarellpapier werde ich hier beantworten:

Warum wellt sich auch Aquarellpapier?
Was kann man dagegen tun?

Aquarellpapier – welches für was?
Welche Oberflächenstrukturen gibt es bei Aquarellpapier?
Welche Größen gibt es?
Welchen Einfluss hat die Beschichtung / Leimung oder die Inhaltsstoffe?

Mein Aquarellpapier macht die Welle

Gut – fangen wir mit dem Thema an, das die meisten Anfänger am ehesten interessiert.

Das neue Aquarellpapier aus dem Rossmann, Tedi, Action oder aus den anderen bekannten Discountern wellt sich und ich arbeite nur in Pfützen auf dem Papier und die Farben vermischen sich zu Braun.

Das kenne ich. In den Kunst AGs in den Schulen ist es meist noch schlimmer, denn die Schulmalblocks sind noch übler. Die schlagen Wellen, dass sich gelegentlich der ganze Block verzieht.

Woran liegt das?

Schulmalblocks haben Papier mit einem Flächengewicht von 120 bis 135 Gramm pro Quadratmeter. Das Papier muss in erster Linie günstig sein und daher wird wenig in die Widerstandskraft des Papiers investier. Gut – es ist mehr als bei Kopierpapier mit seinen 80 Gramm/qm und die Schulmalblöcke weißen auch schon eine bessere Beschichtung auf, aber ich habe die Erfahrung gemacht: Gib Schülern eine besseres Papier, stelle den Wert des Papiers klar und du bekommst deutlich bessere Ergebnisse.

Günstiges Aquarellpapier hat zwischen 150 und 220 Gramm/qm. Es ist also schwerer und wenn es als Aquarellpapier ausgewiesen ist, dann sollte es sich mit Wasser zumindest nicht gleich auflösen.

Aber dennoch – jedes Papier, das nicht an der Oberfläche beschichtet ist, dehnt sich bei Nässe aus. Die Leimung nimmt Wasser auf, die Fasern quellen und das passiert nicht regelmäßig über das Papier verteilt, sondern mal hier mal da mehr oder weniger. Da etwas das sich ausdehnt Platz beansprucht, den aber vielleicht nicht bekommt, wölbt es sich nach oben oder unten. Eine Berg- und Tal-Malunterlage entsteht. Das Wasser und damit die Farbe gesellt sich dann in den Tälern zueinander, wird intensiver, schmutziger und wird im schlimmsten Fall einen Farbton zwischen Musche-Puhu-Grau und Braun annehmen. Beim Trocknen wird das dann noch schlimmer, weil die Berge schneller trocknen als die Täler, dann das Wasser mit der Farbe wieder etwas nach oben gezogen wird und unschöne Trockenränder stehen bleiben.

Noch etwas zu Aquarellpapier aus dem Discounter (natürlich nicht alle):
Ich habe leider feststellen müssen, dass sich mein Kurzentschlossenheit ganz und gar nicht ausgezahlt hat. Ich habe einige Skizzenbücher und Aquarellblöcke bei einem Discounter mitgenommen und war beim Zeichen bzw. Malen angenehm überrascht. Ich bin recht gut damit zurecht gekommen. Man kennt ja die Kniffe.

Aber das Fiasko begann etwa 1 Jahr später. Die Ringbücher standen im Regal und irgendwann dachte ich: Warum ist der Papierrücken so braun?

Tatsächlich, die Ringbücher mit dem Skizzenpapier waren schon verblichen und bräunlich geworden. Die einzelnen Blätter waren nicht mehr so flexibel. Sie brechen noch nicht, aber das ist leider nur eine Frage der Zeit.

Die Ringbücher mit dem Aquarellpapier haben auch schon einen Stich ins Bräunliche. Sie sind aber sonst noch ganz ok.

Ich dachte ja, die Zeiten mit den säurehaltigen Papieren sei seit 60 bis 70 Jahren passé, aber wohl weit gefehlt. Wer damals noch nicht gelebt hat bzw. später die Bücher aus dieser Zeit gelesen hat, kennt die bräunlichen, brüchigen Seiten kaum. Das Papier enthielt in den 40er, 50er und 60er Jahren noch Säure, die so nach und nach das Papier zerstört hat. Die Bibliotheken können davon ein trauriges Lied singen. Die Restauratoren kommen kaum nach.

Ich kenne das noch aus meiner Schulzeit in den 80er Jahren, dass die Hefte mit „Holzfrei“ oder „Säurefrei“ gekennzeichnet waren. Das war damals ein richtiges Qualitätsmerkmal und das ist es noch heute.

Das „billige“ Aquarellpapier und Skizzenpapier, das ich bei Ac…. gekauft hatte, war einfach nicht säurefrei. Es war nicht nur rausgeworfenes Geld, sondern ich muss sogar damit rechen, dass meine Skizzen und Bilder auf dem Aquarellpapier nach und nach verrotten.

So aber wieder zurück zur „Welle des Aquarellpapiers“.

Wie kann ich das Malheur vermeiden?

  1. Je dicker und schwerer eine Aquarellpapier ist, desto weniger neigt es dazu sich zu wellen. Es hat einfach mehr Widerstandskraft gegen die Verformung.
  2. Auch die Qualität des Aquarellpapiers spielt da mit rein. Gute, beliebte, bekannte Firmen machen sich einfach mehr Gedanken bei der Produktion der Papiere. Sie entscheiden sich für gute Zutaten und prüfen die Produktion und Endprodukte ständig.
  3. Erfahrungen helfen. Man muss diese ja nicht alle selbst machen.
    Man kann ja auch auf Erfahrungen von Bekannten, Freunden, Künstlern zurückgreifen. Welches sind gute Marken? Welches Aquarellpapier empfiehlst Du für Anfänger? …

Tipps und Kniffe ein Aquarellpapier zu zähmen

Und ab zu Teil 2

(c) Mal-Tipps.de, Piet