111 Tipps fürs Aquarellieren (Tipp 10 bis 12)

TIPP 10 – Verläufe von Farben

Eigentlich ganz einfach und doch so schwer für die Anfänger.

Ein Farbverlauf 

  • die Technik muss man üben 
  • misslungene Verläufe sind häufig und kaum zu korrigieren
  • von Farbe zu nichts
  • von Farbe zu anderer Farbe
  • klein- oder großflächig
  • die Schwerkraft kann helfen

Ich selbst kenne zwei, nein drei Arten schöne Farbverläufe zu malen.

Was ich am häufigsten nutze ist die Fähigkeit des Pinsels in seinem Körper Farbe bzw. Wasser zu bunkern. Sprich ich rühre meine Farbe an, reinige meinen Pinsel, fülle ihn weitgehend mit klarem Wasser (Stärke 4-6) und nehme nur an der Spitze meine Farbe auf. Indem ich nun den Pinsel quer zur Zugrichtung benutze, gibt er an der Spitze Farbe und am Körper Wasser ab, was bei kleinen Bereichen zu sehr schönen Farbverläufen führt. 

Dann kann man noch gut mit zwei Pinseln arbeiten. Einen kleineren mit Farbe und einen größeren mit sauberem Wasser. Ich ziehe mit der Farbe meine Linie oder Bereich. Dann lege ich mit Wasser daneben den Verlauf an, indem ich gleich und in einem zweiten Pinselstrich den Verlauf der Farbe starte.

Dann kommt noch bei größeren Bereichen die Möglichkeit die Farbkonzentration im Pinsel immer weiter zu senken, indem man nur Wasser nachgibt. Dabei hilft dann oft die Schwerkraft. (siehe auch nächster Tipp mit den laufenden Tropfen).

Wenn man nun zu einer anderer Farbe hin “verlaufen” will, dann das oben genannte saubere Wasser einfach durch die andere Farbe ersetzen.. Allerdings muss man hier die Eigenschaften der beiden Farben und Mischungen berücksichtigen.
Grundregeln: 

  • von hell nach dunkel
  • wenn die Mischfarbe nicht groß gewünscht ist, dann von
    “Farbe1 nach nichts” und mit “Farbe2 nach nichts” entgegen

Gilt zum Beispiel beim Himmel, bei Sonnenuntergängen.
Dort kommt man von Blau zu Gelb oder Beige, kann aber den Mischbereich Grüntöne im Himmel nicht wirklich gebrauchen (Blau und Gelb wird zu Grün).

  • Kritische Verläufe auf Testpapier zuerst versuchen, üben.
  • Manchmal hilft eine Trockenzeit zwischen den Aufträgen und man überlagert die Farben (Lasuren legen).

TIPP 11 – Der laufende Tropfen bei schräger Ebene

So! Was hat das auf sich: Der laufende Tropfen bei schräger Ebene.

Ich will es mal so erklären, wenn ihr euer Aquarellpapier schräg aufstellt, dann könnt ihr, wenn ihr einen Verlauf erreichen wollt oder eine Fläche füllen wollt, könnt ihr so viel Wasser beimischen, dass sich am unteren Rand immer ein kleiner Tropfen befindet und diesen Tropfen, den zieht ihr immer mit einem Pinsel von links nach rechts, von rechts nach links und damit könnt Ihr recht sicher sein, dass der Farbverlauf wunderbar funktioniert.

Welche Farbe ihr da benutzen wollt? Bleibt euch überlassen, denn ihr könnt jederzeit eine neue Farbe hinzunehmen oder aber nur pures Wasser, dann kriegt er einen Verlauf, der nach und nach abgeschwächt ist.

Der Trick ist nun, dass ihr euer Papier entsprechend euren Wünschen für den Verlauf schon regelrecht jongliert. Mal rechts runter, mal vorne runter, mal hinten runter, je nachdem, wie die Farbe verlaufen soll.

Wenn ihr das etwas übt, bekommt ihr jederzeit schöne Verläufe in jede Richtung hin.

TIPP 12 – Farben mischen – Wo?

Dieses Mal geht es um das Mischen von Aquarellfarben. Wo mische ich meine Farben?

Ich benutze dazu eine Porzellanpalette oder ich benutze das Papier. Beides ist möglich. Ich kann auf der Porzellanpalette die Farbe schön vormischen oder ich überlagere die Farben auf dem Papier. Wenn ich auf dem Papier mische und die Farben nass in nass zusammenbringe, dann können sich wunderschöne changierende Effekte ergeben. Überlagere ich die Farben nass auf trocken, dann erhalte ich eine schöne Lasur.

Übrigens, bitte mischt die Farben nicht immer komplett, sondern lasst durchaus ein bisschen Varianz in dem, was im Pinsel dann an Farben drin ist. Das bringt oft unheimlich schöne Effekte.

Meiner Meinung nach lebt das Aquarell gerade durch die Vielfalt der Farben, durch das Ineinanderfließen, durch das sich abstoßen. Genau das ist es, was ein Aquarell ausmacht.

Das Wasser im Aquarell ist euer Freund. Nutzt es. Übt es. Und macht es wirklich zu eurem Freund.

(c) Piet, Mal-Tipps.de

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