Aquarellpapierblock rund herum geleimt

Aquarellpapier (Wissen Teil 2)

Da hier Teil 2 von Know How zu Aquarellpapier steht, gibt es auch eine Teil 1.
Wer den nicht gelesen hat: Hier geht es zu Wissenwertes zu Aquarellpapier Teil 1.

Woher kommen wir gerade. Sie erwarten Tipps und Kniffe, wie man am Besten mit Aquarellpapier umgeht, damit es sich nicht wellt und gerade (plan) bleibt.

Erste Empfehlung für Anfänger: rundumgeleimte Aquarellblöcke

Kaufen Sie rundum verleimte Aquarellblöcke. Möglichst mit einer festen Kartonage als Stabilisierung. Achten Sie auf Qualität, auf Archivierbarkeit und ein gutes Maß an Papiergewicht >= 300Gramm, zur Not geht auch mal 220, aber …

Ich würde empfehlen nicht nur einen Aquarellblock zu keufen, sondern gleich zwei oder drei. Dann können Sie Ihr Aquarellbild in Ruhe auf dem Block trocknen lassen, bevor Sie den Block wieder brauchen.

Zweite Empfehlung: Auch auf gutem Aquarellpapier zuerst mal nur kleinflächig mit sparsamem Wassereinsatz malen

Je mehr Wasser Sie auf das Papier setzen, je mehr Fläche Sie benässen, desto eher wellt sich das Aquarellpapier. Das bedeutet auch, je dünner das Aquarellpapier, je „billiger“ es war, desto weniger Wasser verträgt es.

Daher die Stellen, die man gerade bemalt möglichst klein halten. Das umgebende trockene Papier stabilisiert die gerade benässten Stellen. Zeit nehmen und die Bereiche immer wieder trocknen lassen.

Aquarellfarbe läuft dorthin, wohin sie will. Das entspricht nicht immer unseren Vorstellungen. Man braucht etwas Erfahrung, wenn man mit mehr Wasser malen will und die Ergebnisse nicht dem Zufall überlassen will. Mit der Zeit lernt man durch das Tun und die Beobachtung, wie sich die Farben, Pinsel, Aquarellpapier verhalten.

Dritte Empfehlung: Aquarellpapier aufspannen

Wenn es kein rundgeleimter Block ist, dann kann man die einzelnen Blätter aufspannen. Mit Aquarellpapier aufspannen meint man, dass man die Blätter auf eine feste, stabile Unterlage klebt. ABER nicht vollflächig, sondern nur am Rand.

Als Anfänger hat man zuerst einmal kein Nassklebeband für Aquarellisten zur Hand. Aber irgendwo hat man Kreppband oder anderes Klebeband. Diese Klebebänder haben das Problem, die sie auf nassen Oberflächen so gar nicht halten wollen, also sind wir gezwungen das Papier zuerst einmal trocken aufzukleben.

Als Unterlage nehmen wir ein Brettchen mit etwas Stabilität und etwas größer als das Aquarellpapier. Wir brauchen rund um das Aquarellpapierblatt jeweils 2 bis 3 cm, bei großen Formaten darf es auch mehr sein.

Wir legen unser Aquarellpapier mittig auf und kleben es entlang der Kanten gut fest. Speziell die Kante zur Mitte, zum Aquarellpapier hin drücken wir gut an.

Bild folgt

Noch haben wir keine großen Vorteil bekommen, denn es wird sich wieder wellen, schließlich dehnt es sich aus und weicht nach oben / unten aus. Aber wir haben nun die Möglichkeit es vorzubereiten. Wir nehmen einen Pinsel oder Schwamm und machen das ganze Papier zwei oder dreimal nass, bis das Wasser auf der Oberfläche spiegelt. Nach ein paar Minuten sollte keine Stelle mehr spiegeln, wenn doch, dann die Unterlage senkrecht stellen und überflüssiges Wasser ablaufen lassen.

Das Papier dehnt sich nun aus, ein Teil der Leimung saugt sich voll, es bilden sich Bäuche und Wellen. Nun erlebt man die Kraft trocknenden Aquarellpapiers. In den nächsten Stunden trocknet das Papier langsam und zieht sich wieder zusammen. Es kann aber nicht so ganz, wie es will, denn die Kanten sind fest verklebt. Dadurch zieht es sich selbst glatt. Hoffentlich bleibt das Brettchen gerade, denn die Kräfte sind erstaunlich.

Wenn das Papier getrocknet ist, dann ist es gegen Verzug wesentlich stabiler. Jetzt kann man auch dünnere Papiere (ab 220gr aufwärts) gut bemalen.

Das Papier bleibt aufgeklebt / aufgespannt und man malt sein Aquarellbild zu Ende. Es trocknet auf dem Brettchen komplett ab.

Erst wenn das Papier wieder 100%ig trocken ist, auch an den Rändern!, dann kann man die Klebebänder entfernen. Wie?

Tipps und Tricks:

  1. Trocken, trocken, trocken
  2. Klebeband nicht nach oben, sondern flach und quer im 90°-Winkel nach Außen abziehen. Langsam, ganz langsam. Wichtig dabei, dass nichts vom Bild selbst abgerissen wird. Wenn sich Papier mit ablöst, dann mit dem Fön, Messer oder Lösemittel ran.
  3. Klebeband mit einem Fön gut erhitzen, dann wird der Kleber reaktiviert und er lässt sich besser abziehen.
  4. Je länger das Klebeband schon klebt, desto mehr härtet der Kleber aus und das Abziehen wird von Tag zu Tag schwieriger.
  5. Es gibt im Fachhandel Klebebänder, die als „nicht permanent“ bezeichnet werden. Diese lassen sich zum Teil noch nach Wochen oder Monaten noch gut abziehen.
  6. Wenn sich das Klebeband partout nicht mehr abziehen lässt, dann schneiden Sie das Aquarellbild wirklich mit einem scharfen Messer (Cutter, Teppichmesser) heraus.

Noch besser – Nassklebeband aus Papier

Nassklebeband zum Aufspannen von Aquarellpapier
Nassklebeband
(Foto: Lieferant von Pitello.de)
Link zum Produkt

Aquarellpapier mit Papier 🙂 aufspannen. Klingt toll – oder?

Wie der Name schon sagt, es klebt auch auf nassen Oberflächen. Zumindest nachdem es trocken ist.

Nassklebeband verhält sich wie eine Tapete, die mit Tapetenkleister geklebt wurde.

Es ist mit Wasser wieder anlösbar. Aber es braucht seine Zeit bis das Papier durchgefeuchtet ist.

Tipps zu Nassklebeband:

Wenn es mal nass ist, dann kann man den Kleber überall verteilen 🙁 — an den Fingern, an der Kleidung und auf dem Papier. Dort hinterlässt dieser Spuren, die man dann im Bild später wirklich nicht will. Also VORSICHT!

  1. Nassklebeband trocken abrollen,
  2. auf Länge schneiden,
  3. bereit legen.
  4. Papier auf Unterlage legen, gut befeuchten und glatt ausstreichen
  5. Stück um Stück des Nassklebebandes mit einem feuchten Schwamm befeuchten,
  6. kurz warten, bis der Leim klebrig wird,
  7. sich von außen an die Klebeposition nähern und die Ränder des Aquarellpapiers festkleben.
  8. Papier, Klebeband trocknen lassen.
  9. Ihr Aquarellbild malen und trocknen lassen
  10. Nun mit dem Schwämmchen nur das Klebeband anfeuchten und warten bis sich der Leim wieder anlöst und das Klebeband abgehoben werden kann.
    (Wie beim Tapeten abziehen.) Auch hier kann man mit etwas Spüli die Spannkraft des Wassers herabsetzen, das Wasser etwas erwärmen, damit das Klebebandpapier schneller und besser durchdrungen wird.
    Einige Künstler schneiden ihr Bild dann aber auch direkt aus der Unterlage raus. Manchmal nur den besten Teil. Es kann also sein, dass das Endergebnis deutlich kleiner daher kommt, wie das ursprüngliche Aquarellpapierblatt.

Teil 1 von Wissenwertes zu Aquarellpapier ging es um die Welle;
bei Teil 2, also hier, um die Vermeidung der Wellen und dem Aufspannen von Aquarellpapier und
in Teil 3 folgt welches Aquarellpapier man nehmen sollte, welche Oberfläche, welche Größe?

zu Teil 3 (folgt bald)

(c) Mal-Tipps.de, Piet

2 Kommentare zu „Aquarellpapier (Wissen Teil 2)“

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