Aquarellfarben mischen

Aquarellfarben oder Acrylfarben?

Zwei Welten begegnen sich. Leuchtende Aquarellfarben auf Papier oder recht langlebige Acrylfarben auf verschiedensten Unterlagen.

Wozu tendieren Sie? Zuerst mal ohne den Artikel hier zu lesen und dann nochmal danach. Bitte in der Kommentarfunktion darlegen, wie es Ihnen ergangen ist.

Etwas Historie

Vielleicht zuerst einmal ein bisschen zur Historie. Aquarell gehört zu den ältesten Techniken der Menschheit. Zuerst sicher ohne Bindemittel (Kleber), dann mit Honig und später mit Gummi Arabicum (ein Baumharz) und zum Feuchthalten dann auch mit Glyzerin. Heutzutage sind die Pigmente feinst vermahlen und die meisten recht lichtecht. Es gibt sie als flüssige Konzentrate in Fläschchen oder zäher in Tuben oder als „Farbsteinchen“ in kleinen Näpfchen.

Acrylfarben sind noch nicht mal 100 Jahre alt. Sie kamen in den 50er des vorherigen Jahrhunderts auf den Markt und hießen damals noch Magna-Farben. Sie waren eine Neuentwicklung mit Acrylharzen gebunden. Acrylbilder aus jener Zeit müssen heute schon aufwändig restauriert werden. Heutige Acrylfarben dürften länger halten, aber ob sie die Zeiten, wie Aquarelle oder Ölbilder überdauern muss sich erst noch zeigen.

Die Konsistenz von Acrylfarben stellen sich die meisten immer als zäh oder gar pastös vor. Das ist aber bei weitem nicht mehr so.Acrylfarben gibt es heute von hochfein und sehr flüssig (z.B. für die Airbrushanwendungen) bis wirklich dick pastös, damit die Pinsel- und Spachtelstrukturen stehen bleiben.

Acrylfarben können also alles.

Ist dem so?

Ich habe zumindest im Original noch kein so leuchtendes Acrylbild gesehen, wie ich das von einigen Aquarellbildern her kenne. Arbeiten mit Airbrush-Acryl-Farben kommen dem schon recht nahe, aber …

Auch das wunderbare, verfluchte Fließverhalten der Aquarellfarben, vor allem mit destilliertem Wasser, ist mit Acrylfarben nicht zu erreichen.

Gewollte Trockenränder und deren feine Strukturen habe ich auch bei Acrylfarben noch nie gesehen. BILD

Auch granulierte Flächen kenne ich nur von Aquarellfarben her. BILD

Dafür kann ich mit Aquarellfarben keinen 3D-Aufbau herbeiführen, wie man das mit pastöser Acrylfarbe (Heavy Body-Farben) herstellen kann. BILD

Auch könnte ich mit Acrylfarben auf nahezu jedem Untergrund arbeiten, der genug Haftung für Acryl bietet. Übrigens – Kleidung aller Art ist ein wunderbarer Haftgrund und dort ist es nicht immer gewünscht. Nur mit Tricks bekommt man die Acrylfarben wieder runter.

Link zu letzte Hilfe bei Acryl in Kleidung.

Unentschieden

Ich bin ein Fan von beidem. Kleinere Formate gerne mit Aquarellfarben, natürlich auf gutem Aquarellpapier. Größere eigentlich nur mit Acryl, dann auf Leinwand oder Holz.

Was liegt Ihnen mehr? Ich bin gespannt, was in den Kommentaren erscheint.

Lassen Sie mich nicht zappeln. Kommentieren Sie.

(c) MalTipps, Piet

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